the divorcée diaries

wie ehrlich bist du?

Beim Sender meines Vertrauens der mich morgens immer weckt, ging es heute darum, wie ehrlich man ist - ob man "bescheißt"!

Ich überlegte eine Weile und kam zu dem Entschluss, dass ich nicht betrüge, weil es mir einfach zu anstrengend ist!

Klingt doof, irgendwie..., aber überlegt doch einmal, was für ein Stress das ist, wenn man hier und da und jeden betrügt und sich auch noch an alles erinnern müsste, was man angestellt hat!

Ich kann nicht einmal einer Freundin sagen, dass ihr ein Kleid steht oder dass sie die lila Pumps doch unbedingt kaufen sollte, wenn es nicht so ist! Denn nächstes Mal hat sie es an und fragt mich, wie ich es finde, mir rutscht raus, dass es grausam aussieht und dann sagt sie mir, dass ich es ihr doch aber angeraten habe zu kaufen..., yikes!

Jetzt bei den Vorexamensklausuren konnte ich zusehen, wie eine Klassenkameradin sich einen Spicker in den Schuh schob..., schade eigentlich! Denn sie wird nie wissen, ob sie die gute Note nun wegen dem bekam, was in ihrem Kopf steckt, oder wegen ihrem Spicker!
Bei Klausuren oder Examen empfinde ich es als eine Ehrensache, nicht zu schummeln oder zu betrügen. Mein Abitur habe ich durch ehrliche Arbeit erworben, eben so wird es mir bei meinem jetzigen Abschluss gehen - alle Noten sind meine und ehrlich erarbeitet, selbst wenn sie schlecht ausfallen!

Und an der Kasse vom Supermarkt gehe ich auch mal zurück, wenn ein Artikel vergessen wurde abzuziehen oder wenn ich zuviel Geld zurückbekommen habe. Da muss ich nicht lange überlegen oder mich gar umgucken, ob es jemand bemerkt hat. Ich selber habe es bemerkt und das genügt!
Denn ich gehe mit mir und meinem Gewissen nach Hause und muss mit meinen Entscheidungen und meiner Ehrlichkeit/Unehrlichkeit leben, niemand anders!

Ist irgendwie so eine prinzipielle Frage und dann muss ich mich auch nicht jedes Mal neu entscheiden, ob ich denn nun ehrlich sein möchte, oder nicht! Ich habe mich einmal dazu entschieden, grundsätzlich ehrlich zu sein - oder es wenigstens zu versuchen und damit fahre ich bis jetzt ganz gut!

Selbst bei Leuten oder Institutionen, die es laut der breiten Masse verdienten, dass man sie betrügt (Finanzamt, Versicherungen, GEZ, HVV...etc.), tue ich mich schwer damit und bin selbst bei denen ehrlich! Vielleicht ist es ein Stückweit Angst davor, erwischt zu werden, weiß nicht genau. Aber auf der anderen Seite möchte ich es irgendwie auch gar nicht machen, bin nicht der Typ Mensch dafür...

Klar gibt es dadurch vielleicht Dinge, die ich nie "erreichen" werde, aber dann ist es eben so!

Wie steht ihr da draußen zum Thema Ehrlichkeit? Fällt es euch leicht, nicht zu betrügen oder gibt es Fälle, bei denen ihr es nicht so genau nehmt?

29.5.07 08:23

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bisher 5 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Der Bote / Website (29.5.07 09:21)
Na, wenn ich an die vielen Doping-Sünder im Radsport denke: Können die wirklich glücklich über ihre Siege sein? Ist es nicht der ehrliche Erfolg allein, der wirklich glücklich macht? Meine Hoffnung ist, dass es immer einen ehrlichen Weg gibt, der vielleicht anfangs schwerer ist, aber dann umso mehr zufrieden macht. Auch wenn man - wie du sagst - manche Dinge vielleicht nie erreichen wird.


ragnatela / Website (29.5.07 10:28)
Es gibt ein Sprichwort, es lautet:"Ein ruhiges Gewissen, ist ein sanftes Ruhekissen." Daran habe ich mich eibn Leben lang gehalten und bin stets bestens damit gefahren. So haben wir es unseren Kindern weitergegeben und auch sie fahren damit hervorragend durch ihr noch junges Leben. Mehr braucht man dazu nicht sagen.
LG


Stefan / Website (29.5.07 15:50)
Ein Spieckzettel hat meistens den großen Vorteil, dass man ihn nicht nutzen muss. Ich habe in meiner Schulzeit diverse Spickzettel geschrieben, meist blieben aber genau die ungenutzt, weil ich es allein durchs Aufschreiben schon verinnerlicht habe.

Und selbst wenn, einige Sachen in Klausuren sind Dinge, die man nie wieder im Leben braucht. Wenn man Schüler mit Dingen maltretiert, die sie nie im Leben wieder brauchen werden, braucht man sich zu wundern, wenn sie tricksen. In den Dingen, die meinen Talenten entsprachen und in denen ich einen Sinn gesehen habe, war ich meist auch gut. All den anderen Ballast brauchte ich nicht, da habe ich dann auch mal geschummelt. Nicht fürs reine Gewissen lernen wir, nein fürs Leben lernen wir. Insofern geht es meiner Meinung nach beim Thema Schule nicht darum, reinen Gewissens eine 5 in Chemie zu schreiben, wenn man sich damit evt. die Zukunft verbaut und man in Wahrheit sprachlich sehr begabt ist und man durch die 5 in Chemie vielleicht nie die Chance bekommt, Journalist zu werden.


Stefan / Website (29.5.07 15:55)
@Bote
nicht falsch verstehen, aber ich bin gegen Doping und auch gegen die Freigabe. Aber in der aktuellen Diskussion wird mir eines vergessen. Es ist deren Beruf, Rad zu fahren. Und was hatten sie für eine Wahl, wenn der Rest vor ihnen gedopt herfuhr und sie ungedopt hinterher? Da geht es auch um finanzielle Existenzen. Im Radsport wird nicht jeder gleich zum Millionär, aber wenn das Hinterherfahren irgendwann zur Vertragsauflösung führt, was dann? Insofern kann ich verstehen, wenn die Fahrer irgendwann zum Doping griffen. Wer hätte ihnen denn geholfen, wenn sie hinterher gefahren wären? Der Bund Deutscher Radfahrer etwa? Die Medien? Wir Zuschauer? Der ungedopte Fahrer wäre ziemlich allein dagestanden und hätte sehen können, wo er bleibt. Und da niemand da war, der geholfen hätte, blieb nur der Griff zur Spritze. Profisport ist Beruf und hat nichts mit Ehre zu tun. Von der Ehre bekommt man keine Familie satt.


marianne / Website (30.5.07 12:46)
@stefan: ob denen jedoch das Essen nach einem gedopten Sieg noch guten Gefühls schmecken kann wäre da die nächste Frage. Stichwort Gewissen und Moral- auch gegenüber der Familie...

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