the divorcée diaries

Finde mich...

Findest du mich? Denn ich glaube, ich habe mich verloren. Keine Ahnung, wie das passieren konnte, aber ich bin nicht mehr dieselbe und würde mich gerne zurück haben. Jemand muss mich vertauscht, ausgetauscht, umgetauscht, versteckt, weggelegt, weggeräumt oder verloren haben, zurückgelassen, verlassen, alleingelassen oder abgegeben haben..., denn ich bin nicht mehr hier.

Ich mochte mich. Es war schön in mir. Ich hatte viel zu lachen, wenn ich mit mir zusammen war und eigentlich war ich recht zufrieden mit mir. Ich habe mich auch oft über mich geärgert, verärgert, aufgeregt und war genervt von mir, aber wer ist das nicht? Ich habe Spaß mit mir gehabt, viel gelacht, über mich gelacht, mit mir gelacht, mich kugelrund und schief gelacht, bis nur noch ich über mich selber gelacht habe, aber es hat Spaß gemacht.

Es ist nicht so, dass ich weg bin, weil ich nicht auf mich acht gegeben habe, nein, ich war sehr sorgsam mit mir. Ich habe mich um mich gekümmert, mich betüddelt, mich gepflegt, auf mich aufgepasst, mich versorgt, versorgen lassen, vorgesorgt, Vorsorge getroffen, ja ich bin selber ganz betroffen darüber, das mich nun sowas hat treffen können. Denn ich war gut zu mir.

Ich habe viele Pläne gehabt, ganz tolle Sachen wollte ich machen, sächliches, nebensächliches, hauptsächliches, alles halt! Und reden, mitreden, überreden, vorreden, zureden, ja reden wollte ich schon immer viel. Und schreiben, doch in mitten des Schreibens, des Abschreibens und des Hinschreibens, haben mich wohl die vielen Vorschriften vertrieben, ja, so muss es gewesen sein, so wird man es einst schreiben, wenn dann je mal über mich geschrieben wird.

Ich wollte schön sein, begehrt werden ob meiner Schönheit, unvergänglich in den Augen anderer, zum dahinschmelzen schön, Träume sollten von mir geträumt werden, hoffentlich nur schöne. Albträume - nein, keiner möchte Inhalt eines Albtraumes sein. Doch nun scheine ich wohl in irgendeinem Traumland festzusitzen und bin nicht gewiss, ob ich denn nun wache oder träume..., finde ich mich wenigstens wieder? Oder stecke ich in einem Albtraum fest und kann mich nicht mehr retten?

Ich wollte geliebt werden, über, auf und unter den Betten, auf jedem Kontinent, in jedem Land, auf allen Welten, liebt man denn nicht überall? Doch die Liebe ist gegangen und hat mich mitgenommen. Werde ich sie und damit mich am nächsten Valentinstag wiederfinden? Denn es ist doch der Tag der Liebe, da sind doch alle lieb zueinander und heiße Liebesschwüre umgeben die ganze Welt..., da muss ich einfach zu mir zurückkommen - schließlich liebe ich mich doch. Und wenn nicht ich mich liebe, lieben darf, lieben kann, lieben will, ja wer denn dann?

Ich vermisse mich und meine Flausen im Kopf. Ich habe gerne Luftschlösser mit mir gebaut und jetzt allein, da zerplatzen die Träume und Wünsche wie Seifenblasen, die in die Nähe einer Rosenhecke kommen. Was wollte ich alles noch für einen Blödsinn, Unsinn, Irrsinn, Frohsinn machen und verbreiten..., der Welt fehlt der Sinn nun gänzlich, seit ich nicht mehr bei mir bin. Was bleibt, ist das Gefühl, schier wahnsinnig zu werden ohne mich...

Solltest Du mich finden, bitte schicke mich heim. Sage mir, dass ich ganz doll vermisst werde, dass offene Arme mich empfangen werden, wenn ich nur endlich zurück nach Hause kehre. Und sei lieb zu mir, wenn Du mich triffst, es kann sein, dass ich in dem ganzen Wirrwar, Chaos und Unwetter da draußen einfach nur meinen Weg verloren habe, und liebevolle Unterstützung brauche, um zurück zufinden. Zurück zu mir...

26.9.06 20:45

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


mrsweasly / Website (25.4.07 19:53)
Das ist so toll!!!!!!

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