the divorcée diaries

12.04.07 - Radioaktives Camp

Dieser Traum war sowas von komisch, schrecklich und ich weiß nicht, so völlig ohne Hintergrund von meiner Seite aus, sowas zu träumen!

Ich bekam die Möglichkeit, als Erzieherin für 3 Wochen ein Sommercamp auf einer Insel in der Nordsee zu betreuen, für "schwieriege" Mädchen..., wie sie so gerne betitelt werden.
Eigentlich nicht mein Arbeitsgebiet, denn da bin ich dann doch so gänzlich unqualifiziert für, aber man versicherte mir am Telefon, dass meine berufliche Qualifikation völig ausreiche, also nahm ich den Job an.

Wir fuhren von Sylt aus ziemlich lange mit einem Schiff zur Insel rüber und ich bekam die Möglichkeit, einige der Mädchen kennenzulernen, die wie ich erst jetzt anreisten. Sie waren höflich und super nett, überaus gespannt auf die Insel und aufgeregt, denn für fast alle von ihnen war es der erste Urlaub von Zuhause weg und die erste Chance, mal ans Meer zu fahren!

Auf der Insel abgekommen, wurden wir von großen Jeeps abgeholt und zum Camp im Inneren der Insel gefahren. Und es lag wirklcih direkt in der Mitte, mit mehreren hundert Metern zum Strand und völlig umgeben von großen Sanddünen, die wohl in ihrem früheren Leben mal ein kleines Gebirge gewesen sein mussten! Die waren echt hoch!

Das Camp selber war wirklich wunderschön. Das Hauptgebäude war rund und alle Zimmer der Mädchen sowie meines lagen nach außen, meines blickte auf Sand, blauen Himmel und dem Grillplatz hinter dem Haus. Im Inneren befand sich ein Gruppenraum und die Küche und zwischen jeweils zwei Zimmern lag ein kleines Badezimmer mit Dusche, Waschbecken und Toilette. Zugänglich war das Haus durch vier Eingänge, die jeweils in den Himmelsrichtungen N,S,O & W lagen.

Wir alle richteten uns freudig auf unseren Zimmern ein und trafen uns nach einem gemeinsamen Essen zu einer Runde "Kennenlernspiele" und so lernte ich auch die Mädchen kennen, die schon im letzten Jahr dabei waren und nun wieder hier waren. Wir alle schwatzten bis in die Puppen und hatten einen wirklich schönen Abend, ich glaube es war früher Morgen, als wir endlich im Bett waren - doch da mir allein die "Leitung" des Campes übertragen war, war das kein Problem und alle von uns schliefen lange, sehr lange am nächsten Tag...

Wir waren kaum zwei Wochen da, als mir hier und da kleine Merkwürdigkeiten auffielen. Eines der Mädchen, die im letzten Jahr da war, meditirete sehr oft mitten im Türrahmen zum Gruppenraum, bekam einen verklärten Blick und sprach dauernd vom "Licht der Freude und Erkenntnis". Sehr verwirrend, aber sie war ansonsten echt liebenswert, also nahmen wir das als eben eine ihrer Macken in Kauf.
Dann bemerkte ich jedoch, dass anscheinend drei der Mädchen vom letzten Jahr ein und dieselbe Krankheit hatten, die mit Haarausfall und drastischem Gewichtsverlust einherging. Oft lagen sie tagelang einfach nur auf dem Sofa im Gruppenraum und guckten uns anderen bei Aktivitäten zu und zum Essen mussten wir sie fast schon zwingen. Der Großteil derMädchen, insgesamt waren es so um die 20, machten sich inzwischen schon groe Sorgen um die drei - was aber die Grußße jedoch noch mehr zusammenschweißte.

Der vorletzte Abend des Camps sollte ein ganz Besonderer werden, denn die Gründerin des Campes hatte sich angekündigt! Und da sie telefonisch davon in Kenntnis gesetzt wurde, dass drei der Mädchen krank seien, würde sie auch einen Arzt mitbringen, was mich zumindest sehr beruhigte.
Geplant war ein Grillabend zum Abschluss und die Mädchen und ich waren die ganzen Tag damit beschäftigt, Salate vorzubereiten, Fleisch zu marinieren, Wackel- und Vanillepudding für den Nachtisch zu kochen und das Haus auf Vordermann zu bringen und unsere Sachen zu packen, denn morgen früh um 10:00 sollte es wieder Richtung Zuhause gehen.
Die Mädchen saßen abwechselnd in den Zimmern der anderen, nahmen tränenreich Abschied und schrieben in Freundschaftsbücher, tauschten Adressen aus, machten mit ihren Handys noch mal schnell ein paar Photos und alles in allem herrschte eine etwas melancholische Stimmung.

Die Gründerin des Campes fuhr mit einem Jeep vor, in ihrer Begleitung ein etwas merkwürdig aussehender Mann in weiß, mit einem Messgerät in der Hand..., sehr, sehr komisch und meine Nackenhaare standen mir zu Berge. Sie selber war eine kleinere, resolute Frau, schwarze kurze Haare, sehr blaß, förmliches Kostüm - so gar nicht passend für das Bild, welches man von der Gründerin so eines Feriencamps hat.

Der merkwürdige Mann war der Arzt und er begab sich auch gleich in die Zimmer der kranken Mädchen und redete danach eine ganze Weile mit der jugen Dame, die immer vor sich hinmeditierte und vom "Licht der Freude und Erkenntnis" sprach.

Langsam wurde es abend und die Mädchen brachten alles vorbereiteten Speisen nach draußen, um schon mal die Tische für den Grillabend vorzubereiten. Sie waren sehr geschäftig und aufgeregt, was die Trauer über den baldigen Abschied zum Glück etwas milderte. Ich schwatzte im Garten ein wenig mit den Mädchen, bis ich sah, dass der Jeep mit dem die Gründerin und der Arzt angekommen waren, wieder weg fuhr.
Eines der Mädchen kam dann auch schon zu mir gerannt und berichtete, dass es der Gründerin leider nicht möglich war, zum Essen zu bleiben, aber der Arzt blieb noch bis zum nächsten Morgen, um sicher zu stellen, dass die kranke Mädchen wohlbehalten von der Insel runter und nach Hause kämen...

Ein komisches Gefühl machte sich in mir breit. Und dann rief eines der Mädchen mir zu, wie schön doch der Mond heute leuchten würde, dabei nach oben zeigend. Doch der Mond war die ganzen Wochen nicht einmal direkt über uns..., und das war ein viel zu künstliches Licht, um der Mond zu sein...
Dann bemerkte ich, wie sich um das "Tal" in dem wir uns befanden, Bäume, großen Bäume auftürmten, die uns regelrecht umrundeten - und dann ging auf einmal Licht an!

Das waren keine Bäume, das waren eher riesig große Stadionlampen..., warum waren wir auf einmal so in Licht gehüllt?
Dann ergab' alles einen Sinn: die kranke Mädchen mit dem Haarausfall, das Mädchen welches vom "Licht" sprach..., der Arzt...

Der Arzt! Ich rannte in das Zimmer des Mädchens und da saß er, mit einem kleinen Gerät in der Hand, welches wie eine Fernbedienung aussah. Ich rieß es aus seiner Hand und da waren drei Knöpfe drauf..., einer leuchtete bereits. Ich schaute ihn an und da hatte er auch schon ein Handy am Ohr...

Ich schrie die Mädchen an, sie sollten in den Gruppenraum im Inneren des Gebäudes kommen, auf alle Fälle raus aus dem Garten. Sie folgten der Anweisung, schrieen und weinten, scharrten sich um mich und fragten dauernd, was denn los sei!

Ich hatte kaum alle Mädchen um mich versammelt, da erschien die Gründerin des Camps in der Tür, dieses Mal glich sie allerdings einer Furie und sie hate die teuflischsten roten Augen, die ich je bei einem Menschen gesehen habe - fast horrorfilmmäßig!
Sie rannte auf mich zu und ich knallte ihr die Tür des Gruppenraumes vor der Nase zu und drückte den zweiten Knopf..., ich dachte, was auch immer uns passieren würde, würde ihr da darußen noch viel mehr schaden und das war alle Male besser, als ihr ausgeliefert zu sein!

Ich drückte ihn drei, vier Mal und dann spürte ich, wie eine unsichtbare Welle durch mich fuhr. Es zog durch all meine Organe und meinen Kopf und ich fühlte mich leicht und sorglos..., bis ich sah, dass eine der Türen des Gruppenraumes noch offenstand.

Das letzte, was ich noch träumte bevor ich aufwachte war, dass ich einem der Mädchen zurief, sie solle die Tür schließen, sonst seien wir nicht sicher...., ich sah sie laufen und dann drückte ich noch einmal auf den Knopf....

Und dann wachte ich auf, entsetzt darüber, wozu Menschen fähig sein können!

Was mich aber viel mehr entsetzte war die Tatsache, dass ich mir sofort Gedanken darüber machte, wie so etwas überhaupt realisierbar war! Ich wusste, dass der Leuchtturm am Hafen der Insel die Beobachtunsplattform von ihr war und von denen, in desen Auftrag sie diese Tests machte. Mir kam sofort ein Plan in den Sinn, wie man diese "Scheinwerfer" in den Dünen verstecken konnte, ohne dass sie einem arglosen Dünenwanderer aufgefallen wären..., und mir kam in den Sinn, warum sie dieses Projekt mit gerade diesen Mädchen gemacht haben - anscheinend würde sie keiner in der Gesellschaft vermissen, falls ihne was zustöße!

Und ich war geschockt darüber, dass ich, die eigentlich eher friedfertig bin und keiner Seele was zu leide tun würde und eher auf das Gute im und für die Menschen bedacht bin, mir auf einmal vorstellen konnte, wie so eine teuflische Idee realisierbar wäre! Meine Güte, ich hatte eine komplete Blueprint für so ein Camp im Kopf, ich hätte es sofort bauen können!

Was für ein großes und mächtiges Werkzeug doch die Vorstellungskraft ist, dass sie uns zu unendlich Gutem, aber auch zu etwas so Entsetzlichem führen kann..., da möchte man am liebsten sein Gehirn an den Nagel hängen und das Denken aufgeben!

12.4.07 11:51

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bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


(12.4.07 13:15)
Und das hast Du alles so geträumt? So detailgenau .. mit Uhrzeit und was man zum essen macht ... also das ist ja wirklich sehr merkwürdig und fraglich


Cool Mom Claudia / Website (12.4.07 13:44)
Genau so habe ich es geträumt..., trust me, ich könnte darüber ein Skript für einen Film schreiben.

Selbst jetzt sehe ich alle Bilder noch vor mir und wie die Insel, das Haus aussieht und diese Frau mit diesen furchtbar roten Augen bekomme ich wohl noch eine Weile nicht aus dem Kopf....

Alle Mädchen sind mir so vertraut, als hätte ich nicht einen Traum sondern wirklich diese drei Wochen mit ihnen verbracht!

Den ganzen Vormittag denke ich an diesen Traum..., und frage mich, was das sollte!


Claudia / Website (12.4.07 14:12)
Also ich glaub dir, dass du so was träumst. Ich habe auch sehr intensive Träume, wo manchmal noch der Geschmack oder Duft, der im Traum vor kam, in die Wirklichkeit mit hinüberkommt. Überleg dir mal, ob deine Träume nicht in einem Buch zusammenfassen möchtest. Vielleicht haben andere Menschen Lust deine Träume zu lesen?
LG Claudia

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