the divorcée diaries

Klargestellt...

Vielleicht muss ich zu meinen Träumen mal was sagen:

Ich habe eigentlich schlechte Träume oder "Visionen", seit ich 11 Jahre alt bin.
Ich sehe Menschen durch mein Zimmer laufen, durch Wände gehen oder meine Wände aufstemmen und dann Sachen durchtragen oder einfach nur da durchlaufen.
Ich höre sich Leute unterhalten in meinem Zimmer, manches Mal sitzen sie auch einfach nur da und gucken mich an - sehr, sehr nervig!

Mit 11 hatte ich das erste Mal so ein Erlebnis. Ich wachte auf mit einem ganz beklemmendem Gefühl und hatte auf einmal furchtbare Angst. Ich hörte, wie sich vor meinem Zimmer eine Frau und ein Mann unterhielten. Die Frau sagte, es wäre jetzt Zeit und sie würde mich mitnehmen. Der Mann erwiederte ihr, dass es noch nicht meine Zeit sei und ich bleiben sollte.
Sie stritten sich eine Weile und ich nahm alle Courage zusammen und öffnete die Tür, schrie in den Flur "Niemand nimmt mich mit!" - und da war gar keiner da! Der Flur war leer, obwohl so eine komische "Schwingung" in der Luft lag, als sei kurz vorher noch jemand da gewesen.
Mir wurde ganz kalt und bang und ich kletterte wieder in mein Bett. Ich legte alle meine Stofftiere um mein Kopfkissen ganz eng an meinem Kopf heran und sprach ganz lange ein Gebet und bat den Lieben Gott darum, mich bitte zu beschützen und nicht zuzulassen, dass mich irgendjemand mitnahm.
Ich weiß noch, wie ich ganz doll weinte und solche Angst hatte. Ich betete eine Ewigkeit, zumindest kam es mir so vor, und irgendwann fühlte ich mich ruhiger und konnte wieder einschlafen.

Seit dieser Nacht, die ja nun schon 24 Jahre zurück liegt, kann ich nicht mehr mit dem Kopf zur Tür schlafen. Brauche auch irgendwie immer eine Wand an meinem Kopf und lege mir dann Kissen an die Wand direkt neben meinem Kopf - denn ab und an kommen Leute aus der Wand oder jemand sitzt da und guckt mich an, glotzt einfach nur. Klingt bescheuert, ich weiß!

Ich dachte nur, ich sage euch das mal, damit ihr nicht weiter denkt, es sei der Mond oder die Schlaftabletten..., das ist so ziemlich etwas, mit dem ich aufgewachsen bin und mehr oder weniger habe ich gelernt, damit zu leben. Es belastet mich auch nicht, nur ab und an, wenn ich dann eben nicht schlafen kann oder so blöde Träume habe - dann wache ich auch schon mal auf und schreie einen Haufen imaginärer Leute an, dass sie doch gefälligst mein Zimmer verlassen sollen! Und hey, natürlich sind sie dann auch weg!

Ich habe nicht so häufig schlecht geträumt, als mein Mann noch bei mir war. Irgendwie habe ich mich in seiner Gegenward sicher und beschützt gefühlt. Nach einem schlechten Traum hat er dann seinen Arm um mich gelegt und allein sein Herzschlag zu hören und zu wissen, er ist da, hat viele "böse Geister" vertrieben.

Jetzt bin ich doppelt alarmbereit und irgendwie habe ich das Gefühl, die letzten 3 Jahre nur ein paar Mal wirklich gut geschlafen zu haben. Am besten war die Zeit, als ich direkt nach der Trennung noch die Hammerpillen von meinem Psychater bekam, die haben mich komplett ausgeschaltet, nicht einmal eine Party in meinem Haus hätte mir was ausgemacht!
Aber die nahm ich nicht lange, denn nach denen brauchte ich morgens immer 3-4 Stunden, um in Gang zu kommen - keine gute Sache, wenn man Mutter ist und auch noch Schule hat!

Die Tabletten, die ich jetzt habe, sind eher harmlos, die schalten mich nicht aus, was ich mir manches Mal echt wünschen würde..., sie helfen mir einfach, schneller müde zu werden und einzuschlafen - aber wenn ich dann böse Träume habe, wache ich doch wieder auf - oder wenn ich eben das Gefühl habe, es sitzt schon wieder jemand in meinem Zimmer, der da nicht hergehört!

Tja, das ist es! Ziemlich bekloppt, ich weiß..., aber hey, es gibt schlimmeres, glaube ich! Ich könnte z.B. rumlaufen und Menschen auf der Straße anschreien! Oder Sachen verlegen und nicht wiederfinden. Oder einen Topf anmachen, einkaufen gehen und ihn auf dem Herd vergessen. Oder aus lauter Verzweiflung an mir rumschnibbeln oder Drogen nehmen...

Ich denke mal, was einen eventuellen "Schaden" betrifft, bin ich noch gut weggekommen! Es beeinflusst mich nicht groß im Alltag - außer dass ich am hellen Tag tausend Mal besser schlafe, als in der Nacht - und ich "funktioniere" eigentlich ganz ok. Wenn nur die Nächte nicht wären...

6.2.07 21:47

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bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Sophia / Website (6.2.07 21:54)
Krass.
An sich.
Ich hatte ne Phase, die war recht ähnlich, und ich danke Gott dafür, dass keine Hunde mehr durch mein Zimmer rennen und fangen spielen und dass da auch keine weißen Frauen mehr im Bad stehen, Wäsche waschen und singen.
Komisch eigentlich, dass das bei mir wieder weggegangen ist und bei dir nicht...
ich hatte wohl einfach Glück?


Claudia / Website (7.2.07 09:10)
Dokumentierst du deine Träume? Könnte vielleicht helfen, so nach dem Motto, aufgeschrieben, abgeheftet, Ordner in den Schrank und Tür zu. Das klappt bei mir gut, wenn ich mir zu viele unnütze Sorgen mache, Probleme sehe, wo eigentlich keine sind. Ich hole den Ordner dann nach einiger Zeit raus und lese mir denn ganzen Kram durch und freue mich riesig, wenn im Nachhinein alles nicht so war, wie ich es vorher gesehen hatte. Wünsche dir für die nächsten Nächte nur gute, wundervolle Träume!
LG claudia


esmee / Website (7.2.07 13:46)
Das finde ich ziemlich krass. Ich kann mir sowas gar nicht vorstellen. Schlecht träumen, O.K. das tun wir alle mal, aber alles andere. Vielleicht ist es ja wirklich so, dass du dir über irgendwelche Dinge zuviele Sorgen machst. Für mich hört sich das ein bisschen nach einsam an, ich meine seelisch einsam? Hoffentlich hast du eine sehr gute Freundin. Ich hoffe du hast bald ruhige Nächte. LG esmee

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